Abstrakte Illustration und die Kunst des Freestyles

0 17. Mai 2019 - Allgemein, Kunst

Gestern Abend hab‘ ich mir wieder mein Blackbook geschnappt. Es kommt immer wieder vor, dass ich ein Verlangen habe, einfach drauf los zu zeichnen. Es ist dann so, dass dieses leere Blatt Papier vor mir auf dem Tisch liegt und ich kurz in mich gehe. Es sind keine Referenz-Seiten offen oder andere „Inspirationsquellen“ – wie das manch einer zu genüge praktizieren mag. Ich nennen meinen Prozess des Erschaffens: „automatisches Zeichnen“ – eine Art Freestyle, der aus der Strichführung entsteht. Soll heißen: ich lasse dem Stift freien Lauf und folge der aktuellen Gemütslage, um diese auf’s Papier zu bringen. Oft sind es auch äussere Einflüsse, die die Umgebung mit sich bringt. Früher saß ich recht lange in Cafés und habe dort meine „Einträge“ ins Skizzenbuch gemacht.

Das Zeichnen ist somit mein persönliches Ventil. Wie man im Englischen so schön sagt: „to vent“. Dieses Ventil muss immer wieder geöffnet werden, um für eine gesunde Balance im Kopf zu sorgen. Neben den gestalterischen „Tätigkeiten“ kommt bei mir noch die Musikproduktion dazu. Über diese beiden Wege schaffe ich mir Freiräume im Kopf. Über diese Wege lasse ich mein Inneres an die Oberfläche und kommuniziere somit mir mir selbst.

Es sind kleine Details, die nach solch einer Schaffensphase, richtig Spaß machen. Wenn man das Ergebnis dann vor sich hat oder anhört, kann man mit der Selbstreflexion beginnen. Oft ist es auch so, dass eine Zeichnung bzw. Illustration weg gepackt wird. Nach einer gewissen Zeit widmet man sich wieder diesem Werk und entdeckt Details, die einem zu Beginn gar nicht auffallen. Manchmal nehme ich einen Stoß an Arbeiten und beginne, diese weiter zu „verbessern“ bzw. zu optimieren. Entweder mit Farbakzenten die gesetzt werden, oder ich setze den Stift neu an und erweitere das bisherige Ergebnis.

All diese Bücher über die „Kreativität“ interessieren mich persönlich nicht. Ich benötige keinerlei Hilfsmittel oder Hilfestellung anderer, um irgendwie in einen kreativen Flow zu kommen.

Freestyle – irgendwie.

Man braucht natürlich eine Fläche, einen Platz an dem man sich wohl fühlt. Man sollte aber auch die eigene Komfortzone verlassen und in neuen Atmosphären kreativ arbeiten. Denn wenn sich eines nicht einstellen darf, dann ist es eine gewisse Art von Routine.

Ich habe einen großen Pool an Arbeiten, die ich hin und wieder hier bei Sleepyheadz Confusion hochladen werde; ich möchte aber eher mit aktuellen Arbeiten beginnen.

Hier nur die abstrakte Illustration von gestern Abend.

Im Hintergrund lief über unsere Sonos Boxen angenehmer Ambient Sound.

Abstrakte Illustration. Kein Titel.